Mit dem 356. Schuss: Bauernschützen haben einen neuen König
Die Bauernschützen St. Michael haben einen neuen König. In einem spannenden Duell lieferten sich Nils Merschhoff und Florian Borghoff ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Zielsicher waren beide – am Ende hatte Borghoff das Quäntchen mehr Glück.
Mit dem 356. Schuss holte der 26-Jährige um Punkt 22 Uhr am Freitag, 8. Mai, den Vogel von der Stange. Zu seiner Königin ernannte er seine Freundin Marie Kucharsky.
Die Insignien sicherten sich zuvor Alexander von Looz (Zepter, 24. Schuss), Bernhard Fögeling (Apfel, 31. Schuss), Georg Westhues (Krone, 68. Schuss) und Fritz Goroncy (Fass, 144. Schuss). Zum Antreten auf dem Marktplatz waren rund 80 Schützen erschienen.
Umzug und Festball, Samstag, 09. Mai 2026
Florian Borghoff nach dem Königsschuss: „Es war jede Aufregung wert"
Erneut ein junger König, dazu bestes Wetter und eine ausgelassene Stimmung: Der Bauernschützenverein St. Michael Drensteinfurt hat am Wochenende drei Tage lang im Schlosspark gefeiert. Das Regentenpaar war überwältigt.
„Der Schuss war relativ spontan. Es war ein bisschen aufregend, aber jede Aufregung wert“, sagte Florian Borghoff am Samstagabend, 9. Mai. Der 26-Jährige hatte tags zuvor den finalen Schuss auf den Vogel „Phönix vom Dreingau“ abgegeben. Auch seine Königin Marie Kucharsky zeigte sich beeindruckt. „Alles geht so schnell. Man begreift gerade noch gar nicht so wirklich, was passiert“, sagte sie.
Mit dem Antreten auf dem Marktplatz und der Kranzniederlegung am Ehrenmal war das Schützenfest gestartet. Rund 90 Schützinnen und Schützen waren nach Angaben des Vereins angetreten. An der Vogelstange waren einige Schützinnen ganz schön zielsicher. Eine junge Frau schoss einen Flügel und den Schwanz ab. Nach insgesamt 356 Schüssen auf den Vogel wurden der neue König Florian Borghoff und seine Königin Marie Kucharsky noch lange im gut gefüllten Zelt im Schlosspark gefeiert. Auffallend viele Jugendliche waren dabei.
Am Samstag folgten der Festgottesdienst in der Pfarrkirche St. Regina, die Parade mit den Gastvereinen und den Spielmannszügen aus Drensteinfurt und Rinkerode und der Große Zapfenstreich. Das Königspaar zog nach der Messe unter feierlicher Begleitung zunächst zur Gaststätte La Piccola. Dort wurde es vom Bauernschützenverein und den Gastvereinen abgeholt. „Man wird von allen Seiten unterstützt“, lobte Regent Borghoff die Organisatoren.
Der Umzug durch Drensteinfurt fand seinen krönenden Abschluss auf Haus Steinfurt, wo traditionell mit den Jagdhornbläsern und den Spielmannszügen der Zapfenstreich stattfand. Danach ging es ins Zelt, wo der Festball startete.
“Der Tag heute ist ohnehin ein Selbstläufer”
Vorsitzender Günter Hörsken
Ein besonderer Gruß des ersten Vorsitzenden Günter Hörsken ging natürlich an das neue Königspaar und seinen Hofstaat, aber auch an die Bürgerschützen und die Junggesellen. Zudem bedankte er sich bei den Spielmannszügen. Hörsken zeigte sich zufrieden: „Der Tag heute ist ohnehin ein Selbstläufer. Spätestens um 22 Uhr ist das Zelt voll. Wir haben auch gutes Wetter und bisher ein super Schützenfest.“
Mit der Unterstützung der Partyband „Just Now“ eröffnete das Königspaar den Tanz, bevor bis tief in die Nacht gefeiert wurde. Der Festball sei sehr gut besucht gewesen, freuten sich die Verantwortlichen. Mit dem Frühschoppen samt Ehrungen endete das Schützenfest am Sonntag, 10. Mai.
Frühschoppen, 10. Mai 2026
„Fesselnde Festrede“
Bericht: FRIEDRICH KULKE - WA
Mit einem Vergleich zwischen ihrer Arbeit und einem Schützenfest in Drensteinfurt sorgte Dr. Birgit Salomon für eine kurzweilige Festrede beim Frühschoppen des Bauernschützenvereins St. Michael im gut gefüllten Festzelt im Schlosspark. Lautstarken Beifall erhielt sie, als sie am Ende ihrer Rede einen ausgefüllten Mitgliedsantrag an den Vorsitzenden Günter Hörsken überreichte und damit dem Verein beitrat.
Beim Schützenfest: Ortsvorsteherin hält Festrede – und tritt spontan den Bauernschützen bei
„Josef, davon hast du mir nichts gesagt. Aber Bangemachen gilt nicht. Deshalb stehe ich am heutigen Tag hier und halte die Festrede“, waren die ersten Worte der ehemaligen Hausärztin und jetzigen Ortsvorsteherin von Drensteinfurt in Richtung ihres Vorgängers Josef Waldmann.
Mit zahlreichen Beispielen lieferte sie die Unterschiede zwischen ihrer Arbeit in der Arztpraxis und ihrem Wirken als Ortsvorsteherin oder einer Situation im Festzelt. „In der Praxis habe ich oft gesagt: ,Sie müssen weniger trinken.‘ Heute im Festzelt sage ich: ,Hoffentlich haben Sie ein Glas vor sich stehen“, so Salomon. Etwas wehmütig äußerte sie den Vergleich: „Früher war die Praxis voll, bei der Sprechstunde im Rathaus ist noch reichlich Luft nach oben.“ Ebenso stellte Salomon fest, dass im Festzelt niemand über seine Gesundheit klage. „Die Stimmung ist gut, hier ist eine gute soziale Durchmischung und hier haben die Menschen einen stabilen Zustand“, bewertete sie aus ärztlicher Sicht und nannte den Besuch eines Festzeltes als gute präventive Wirkung für die Gesundheit.
Darüber hinaus ging Salomon auf den Begriff „Tradition“ ein. „Tradition ist, wenn man weiß, wo man herkommt und weiß, wohin man will“, sagte sie und bezeichnete den Bauernschützenverein St. Michael als vorbildlich für Drensteinfurt. Ein weiteres ihrer Beispiele, was Positives im Festzelt passiere. „Oftmals beginnt es mit dem Satz ,Nur noch ein Bier‘ und endet mit einer guten Lösung. Das ist Bürgerbeteiligung vom Feinsten“, so Salomon.
Zum Abschluss ihrer Festrede erzählte die Ortsvorsteherin, wie ihr Mann Olaf zum Schützenbruder geworden war. Nachdem ihn zuerst die Bürgerschützen aufgenommen hatten, seien auch die Bauernschützen auf ihn zugekommen. Nach der Aussage „Ich bin doch kein Bauer“ habe er die Antwort bekommen: „Wir kommen doch auch zu dir in die Praxis, und du hast doch einen Garten.“ Schließlich wurde auch Dr. Olaf Salomon Bauernschütze. „Da ich immer den Garten pflege, werde ich jetzt auch Bauernschützin“, sagte die Festrednerin am Ende und hielt lachend den Antrag in die Höhe.
Zwei Jäger unter der Vogelstange
„Die Sonne scheint, der Spielmannszug ist zu hören: Es ist Bauernschützenfest in Drensteinfurt.“ Mit diesen Worten hatte der Vorsitzende Günter Hörsken den Frühschoppen eingeleitet. „Wenn zwei Jäger unter der Stange stehen, dann hat der Vogel keine Chancen“, blickte er noch einmal auf das Vogeschießen zurück, bei dem Florian Borghoff zum neuen König avanciert war. Zudem ging Hörsken auf den neuen Schießstand ein, den Mario Overmann gebaut hatte. Dieser sorgt dafür, dass die Königsaspiranten höher stehen und somit besser zu sehen ist, wer gerade schießt. „Der Schießstand ist genehmigt. Damit haben wir noch jahrelang Spaß daran“, freute sich Hörsken.
Ehrungen
Beim Frühschoppen wurden langjährige Mitglieder geehrt:
- 25 Jahre: Markus Greive, Marc-Philipp Avermann, Udo Reher, Hugo Billermann, Ludger Helmer, Christoph Vorlop, Georg Diening
- 50 Jahre: Heinrich Holtkamp, Paul Grewe, Franz-Josef Claespeter, Hans Jürgen Jackenkroll
- 70 Jahre: Johann Naber, Johann Eidecker
Auch Christian Thissen, der zweite Vorsitzende des Bauernschützenvereins, kam zu Wort. Er hatte eine passende Beschreibung für die traditionelle Veranstaltung. „Der Frühschoppen ist eine große Versammlung von Vereinen und Gruppen aus Drensteinfurt“, sagte Thissen, bevor er die Gäste einzeln begrüßte.
Stimmung durch Märsche und Schlager
Im Verlauf des Frühschoppens sorgte die Band „Ski und Bob Express“ für reichlich Stimmung. Neben zahlreichen Märschen waren aber auch Lieder von Stars wie Helene Fischer und der Song „Himmelblaue Augen“ zu hören. Auch nach dem offiziellen Teil wurde mit der Band und dem Spielmannszug Grün-Weiß Drensteinfurt weiter gefeiert.